Pokémon-Karten graden lassen in Deutschland: Anbieter, Kosten und Dauer
8 Min. Lesezeit · Stand 2026-10-21 · von René Ramos
Seit September 2026 gradet PSA direkt in Frankfurt, und auch Anbieter aus Deutschland und Frankreich werben um deine Karten. Hier erfährst du, wo du in Deutschland Pokémon-Karten graden lassen kannst, was es kostet, wie lange es dauert und wie du vorgehst, damit sich die Gebühr am Ende lohnt. Vorweg: DoctorMint gradet nicht selbst. Wir bereiten Karten vor dem Grading auf und sehen jede Woche, woran Einsendungen scheitern.
Was beim Graden passiert
Beim Graden bewertet ein unabhängiges Unternehmen den Zustand deiner Karte, meist auf einer Skala von 1 bis 10, prüft die Echtheit und versiegelt die Karte in einem durchsichtigen Gehäuse, dem Slab. Bewertet werden vier Dinge: Zentrierung, Ecken, Kanten und Oberfläche. Manche Anbieter weisen diese Teilnoten (Subgrades) einzeln aus, andere vergeben nur eine Gesamtnote.
Ein Slab bringt dir drei Vorteile: Die Karte ist geschützt, ihre Echtheit ist bestätigt, und über den Zustand muss niemand mehr streiten. Gerade beim Verkauf teurer Karten macht das einen großen Unterschied, denn Käufer zahlen für eine sichere Note deutlich mehr als für das Foto einer rohen Karte.
Wo kannst du in Deutschland Pokémon-Karten graden lassen?
PSA ist der weltweit bekannteste Anbieter, und PSA-Slabs erzielen beim Wiederverkauf in der Regel die höchsten Preise. Seit dem 15. September 2026 gradet PSA in Frankfurt am Main, im ersten eigenen Grading-Center in Europa. Der Versand in die USA, der Zoll und lange Transportwege fallen damit weg. Du kannst direkt bei PSA einsenden oder über einen Partner, der Einsendungen bündelt und dich berät, zum Beispiel über unseren Nachbarn Geo.Store in Büdelsdorf.
Daneben gibt es Anbieter, die sich auf den deutschen Markt konzentrieren, etwa GSG (Gold Standard Grading), AOG oder AP Grading. Sie sind deutlich günstiger und meist schneller. GSG weist auf Wunsch Teilnoten aus und gilt als streng: Eine 10 gibt es dort nur, wenn alle Teilnoten eine 10 sind. Der Nachteil dieser Anbieter: Außerhalb Deutschlands kennen viele Käufer die Slabs kaum, beim Wiederverkauf bringen sie deshalb meist weniger als PSA.
Aus Frankreich kommt PCA, nach dem gerade viele Sammler suchen. Dort bewerten drei Prüfer jede Karte unabhängig voneinander, die Preise starten bei rund 11 Euro. Beckett (BGS) und CGC sind international ebenfalls bekannt; aus Deutschland erreichst du sie meist über Händler oder Sammeleinsendungen.
Was kostet es, Pokémon-Karten graden zu lassen?
Bei PSA richtet sich die Gebühr nach dem Service-Level. Laut PSA-Ankündigung (Stand September 2026, ohne Gewähr) kostet das neue Level Standard 59,99 US-Dollar pro Karte für Karten bis 1.000 US-Dollar Wert, Priority 79,99 US-Dollar und Express 199 US-Dollar. Für sehr wertvolle Karten gibt es teurere Level, die günstigen Value-Level sind derzeit pausiert. Dazu kommen Versand, Versicherung und bei Sammeleinsendungen eine Servicegebühr.
Wichtig bei der Wahl des Levels: Es zählt der Wert, den die Karte nach dem Grading hat, nicht der Rohwert. Wer eine Karte zu niedrig deklariert, riskiert Nachforderungen und ist im Schadensfall unterversichert.
Bei den Anbietern aus Deutschland zahlst du je nach Leistung meist zwischen etwa 10 und 25 Euro pro Karte, bei GSG zum Beispiel ab rund 10 Euro ohne Teilnoten. PCA startet bei rund 11 Euro. Die Preise ändern sich regelmäßig, schau deshalb immer direkt beim Anbieter nach.
Die wichtigste Rechnung vorab: Unter etwa 50 Euro Rohwert lohnt sich Grading finanziell selten. Wie du das für deine Karte durchrechnest, steht in unserem Ratgeber Lohnt sich PSA Grading?.
Wie lange dauert das Graden?
Bei PSA hängt die Laufzeit vom Level ab. Laut PSA-Ankündigung rechnest du beim Level Standard mit etwa 90 bis 100 Werktagen, bei Express mit etwa 20 bis 30 Werktagen. In Phasen mit vielen Einsendungen kann es länger dauern. Viele Sammler beobachten deshalb die aktuellen Wartezeiten, bevor sie einsenden, und den Stand der eigenen Einsendung siehst du in deinem PSA-Konto.
Die Anbieter aus Deutschland sind meist schneller, oft reichen wenige Wochen. Plane in jedem Fall Hin- und Rückversand ein und schicke eine Karte nicht kurz vor einem geplanten Verkauf los.
Kann man deutsche Pokémon-Karten bei PSA graden lassen?
Ja. PSA gradet auch deutsche Karten, die Sprache steht dann auf dem Etikett des Slabs. Das gilt genauso für die meisten anderen Anbieter.
Ob es sich lohnt, ist eine andere Frage. Englische und japanische Ausgaben erzielen gegradet in der Regel deutlich höhere Preise, weil der Markt für sie größer ist. Bei deutschen Karten lohnt sich Grading vor allem bei gefragten Vintage-Karten in sehr gutem Zustand, bei 1.-Edition-Drucken und bei Karten, die du dauerhaft geschützt aufbewahren willst. Was deine Karte roh wert ist, findest du mit unserem Ratgeber Pokémon-Karten Wert ermitteln heraus.
So gehst du vor: in 5 Schritten zum Slab
1. Wert prüfen: Schau nach, was deine Karte in ihrem jetzigen Zustand wirklich bringt, und zwar bei verkauften Exemplaren, nicht bei Angeboten. 2. Zustand prüfen: Halte die Karte ins Streiflicht, nimm eine Lupe und miss die Zentrierung mit unserem kostenlosen Centering-Rechner. 3. Wenn nötig vorher reinigen: Fingerabdrücke und Schmutzfilme kosten Punkte bei der Oberfläche. Warum das erlaubt ist und wo die Grenze liegt, erklärt der Ratgeber Karten vor dem Grading reinigen.
4. Anbieter und Level wählen: PSA, wenn du verkaufen willst oder die Karte viel wert ist, ein günstigerer Anbieter, wenn es dir um Schutz und Dokumentation geht. 5. Richtig verpacken: Penny Sleeve, darüber ein Card Saver und ausreichend Polsterung. Alle Details stehen im Ratgeber PSA-Grading vorbereiten.
Welcher Anbieter passt zu dir?
Willst du die Karte später verkaufen oder ist sie mehrere hundert Euro wert, führt meist kein Weg an PSA vorbei, weil Käufer weltweit diesen Slabs am meisten vertrauen. Geht es dir um Schutz und eine ehrliche Dokumentation deiner Sammlung, sind die günstigeren Anbieter eine gute Wahl.
Unsicher, ob deine Karte bereit fürs Grading ist? In der kostenlosen Ersteinschätzung sagen wir dir anhand deiner Fotos, ob eine Aufbereitung vorher etwas bringt. Eine bestimmte Note kann dir dabei niemand versprechen, die vergibt allein das Grading-Unternehmen.
Häufige Fragen
Wo kann man in Deutschland Pokémon-Karten graden lassen?
Bei PSA, das seit dem 15. September 2026 in Frankfurt gradet, direkt oder über einen Partner wie Geo.Store in Büdelsdorf. Günstiger sind Anbieter mit Fokus auf den deutschen Markt wie GSG, AOG oder AP Grading. Aus Frankreich kommt PCA.
Was kostet es, Pokémon-Karten graden zu lassen?
Bei PSA kostet das günstigste Level Standard laut PSA-Ankündigung 59,99 US-Dollar pro Karte (Stand September 2026), dazu kommen Versand und Versicherung. Anbieter aus Deutschland liegen meist zwischen etwa 10 und 25 Euro pro Karte.
Wie lange dauert PSA Grading in Deutschland?
Laut PSA etwa 90 bis 100 Werktage beim Level Standard und etwa 20 bis 30 Werktage bei Express. Bei vielen Einsendungen kann es länger dauern.
Kann man deutsche Pokémon-Karten bei PSA graden lassen?
Ja, PSA gradet auch deutsche Karten. Gegradet bringen englische und japanische Ausgaben aber meist mehr, deshalb lohnt sich Grading bei deutschen Karten vor allem bei gefragter Vintage-Ware, 1. Edition und sehr gutem Zustand.
Sollte ich meine Karte vor dem Grading reinigen lassen?
Wenn Fingerabdrücke, Staub oder ein Schmutzfilm auf der Karte sind, ja. Eine Reinigung entfernt nur, was nicht zur Karte gehört, und ist deshalb erlaubt. Schäden wie Whitening oder tiefe Kratzer bleiben, und eine bestimmte Note kann niemand versprechen.
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