← Alle Ratgeber

Pokémon-Karte Kratzer entfernen: Selbst wegpolieren oder entfernen lassen?

11 Min. Lesezeit · Stand 2026-10-09 · von René Ramos

Kratzer von einer Pokémon-Karte entfernen klappt, wenn es feine Kratzer, Mikrokratzer oder milchiges Clouding auf einer glatten Holo-Fläche sind: Die lassen sich mit einer Politur für Sammelkarten wegpolieren, selbst zu Hause oder bei uns im Labor. Tiefe Kratzer, die du mit dem Fingernagel spürst, Knicke und abgeplatzter Lack gehen mit keiner Politur weg. Hier liest du, wie du deinen Kratzer einordnest, wie du Schritt für Schritt polierst, welche Hausmittel die Karte ruinieren und wann du die Kratzer besser im Card Cleaning entfernen lässt.

Pokémon-Karte Nidoqueen vorher mit Kratzern und nachher poliert, daneben NearMint Polish und NearMint Finish
Video-Anleitung: Kratzer auf Pokémon-Karte entfernen: Holo richtig polieren. Kapitel: 0:00 Was ist Clouding? Kratzer auf der Holo erkennen · 0:19 Schritt 1: Karte reinigen · 1:02 Schritt 2: Kratzer wegpolieren mit NearMint Polish · 2:24 Schritt 3: Glanz mit NearMint Finish · 3:46 Schritt 4: Politur abnehmen und nachreinigen · 4:39 Ergebnis: Vorher und Nachher · 5:26 Zusammenfassung: so geht es richtig · 5:46 Vorher-Nachher-Vergleich

Schmutzlinie, feiner Kratzer oder tiefer Kratzer: die drei Arten

Was Sammler „Kratzer“ nennen, sind drei sehr verschiedene Dinge. Erstens Schmutzlinien: eine feine Spur aus Fett, Staub oder Abrieb, die nur auf der Oberfläche liegt, oft vom Sleeve, vom Binder oder von einem Fingernagel. Sie sieht im Schräglicht aus wie ein Kratzer, ist aber keiner und geht beim Reinigen weg.

Zweitens feine Kratzer und Mikrokratzer in der obersten Schicht einer glatten Holo- oder Foil-Fläche. Einzeln siehst du sie als haarfeine Linien, viele zusammen als milchigen Schleier, das sogenannte Clouding. Diese Art lässt sich mit einer Politur für Sammelkarten glätten, danach ist die Holo meist wieder klar.

Drittens tiefe Kratzer: Die Linie ist so tief, dass du sie mit dem Fingernagel spürst, oder sie reicht bis in den Druck oder den Karton. Dazu zählen auch abgeplatzter Lack und Kratzer, die zusammen mit einem Knick entstanden sind. Diese Schäden bleiben, egal womit du polierst. Wer es trotzdem mit Gewalt versucht, macht aus einem ehrlichen Kratzer eine matte, sichtbar bearbeitete Stelle.

Der Test zu Hause: Schräglicht und Fingernagel

Halte die Karte unter eine einzelne Lampe und kippe sie langsam, bis die Linie sichtbar wird. Eine Schmutzspur hat meist keine feste Kante und wird in manchen Winkeln matt statt hell. Ein Kratzer bleibt in jedem Winkel eine klare Linie. Ein milchiger Schleier auf der Holo ist entweder ein Fettfilm oder Clouding. Den Unterschied zeigt die Reinigung: Was danach noch matt wirkt, sind feine Kratzer.

Dann der Fingernagel-Test: Fahr mit dem Fingernagel ohne Druck quer über die Linie. Spürst du nichts, ist es Schmutz oder ein feiner Kratzer, und beides bekommst du meist weg. Bleibt der Nagel hängen, sitzt der Kratzer zu tief für eine Politur.

Was du dabei nie tun solltest: trocken reiben, um es herauszufinden. Jedes trockene Reiben auf einer Holo-Fläche erzeugt neue Mikrokratzer. Wenn du unsicher bist, mach ein scharfes Foto im Schräglicht und schick es uns. Die Ersteinschätzung ist kostenlos.

Was ist Clouding?

Clouding ist ein milchiger, matter Schleier auf der Holo-Folie. Er entsteht aus sehr vielen feinen Kratzern, die so dicht liegen, dass sie das Licht streuen, statt es zu spiegeln. Die Holo wirkt dann trüb, als läge ein Film darauf, der sich mit keinem Tuch abwischen lässt. Typisch ist das bei alten Holos, die jahrelang im Binder steckten oder ohne Sleeve gestapelt wurden.

Die gute Nachricht: Clouding ist genau der Schaden, den eine Politur löst. Weil die einzelnen Kratzer sehr flach sind, reicht es, die oberste Schicht zu glätten. Danach ist die Holo meist wieder klar. Wie das geht, zeigt die Anleitung im nächsten Abschnitt.

Kratzer auf der Holo selbst wegpolieren: Schritt für Schritt

Das brauchst du: ein Reinigungsspray für Sammelkarten, eine zweistufige Politur (wir nutzen dafür unsere NearMint Politur: NEARMINT POLISH zum Glätten, NEARMINT FINISH für den Glanz), Schaumstoff-Applikatoren und ein sauberes Mikrofasertuch.

Schritt 1, reinigen: Entferne zuerst Staub und Schmutz mit dem Reinigungsspray und trockne die Karte mit dem Mikrofasertuch. Dieser Schritt ist Pflicht, sonst polierst du den Dreck in die Holo ein.

Schritt 2, NEARMINT POLISH: Gib eine erbsengroße Menge auf einen Applikator und poliere in leichten, kreisenden Bewegungen, ohne Druck. Anschließend ziehst du die Politur mit dem Mikrofasertuch in Längsrichtung ab.

Schritt 3, NEARMINT FINISH: Gib einen kleinen Klecks auf die saubere Rückseite des Applikators und poliere genauso, bis der Polierfilm verschwunden ist. Das Finish ist für den Glanz der Holo zuständig.

Schritt 4, nachreinigen: Nimm die Politurreste ab, reinige die Holo-Fläche noch einmal mit dem Reinigungsspray und wisch sie trocken. Danach kontrollierst du das Ergebnis im Schräglicht.

Den ganzen Ablauf an einer Nidoqueen Holo aus der 1. Edition zeigen wir im Video-Tutorial auf YouTube, mit Vorher-Nachher-Vergleich am Ende. Alles zu Reinigungsspray und Politur findest du auf der Seite NearMint Politur.

Tipps: So polierst du richtig und nicht zu viel

Kein Druck. Lass den Applikator die Arbeit machen: Du willst die Oberfläche glätten, nicht die Karte abrubbeln. Bei leichtem Clouding reicht meist ein Durchgang, bei mehreren oder etwas tieferen Kratzern machst du zwei. Was danach noch deutlich zu sehen ist, sitzt meist zu tief für eine Politur. Dann hör auf, statt weiterzureiben: nicht totpolieren.

Benutze jeden Applikator nur einmal und arbeite immer mit sauberen Tüchern, sonst reibst du alte Reste zurück in die Karte. Und schadet das Polieren der Karte? Richtig angewendet, also mit wenig Politur, ohne Druck und nicht zu lange, wird nur die Oberfläche geglättet. Wer zu fest oder zu lange poliert, riskiert die Holo-Beschichtung.

Was du nie benutzen solltest: Zahnpasta, Autopolitur, Radiergummi, Feuerzeugbenzin

Im Netz kursieren Anleitungen mit Zahnpasta, Autopolitur, Radiergummi oder Feuerzeugbenzin. Die Idee dahinter klingt ähnlich wie bei einer Karten-Politur: die Oberfläche glätten. Der Unterschied liegt im Mittel. Zahnpasta und Autopolitur sind für Zähne und Autolack gemacht, nicht für die hauchdünne Deckschicht einer Sammelkarte. Sie tragen zu viel und zu ungleichmäßig ab und hinterlassen eine matte Stelle, die im Schräglicht größer ist als der ursprüngliche Kratzer.

Dazu kommen Rückstände, die sich in der Holo-Struktur festsetzen und später als Schleier sichtbar werden. Radiergummis nehmen bei älteren Karten den Druck gleich mit. Feuerzeugbenzin ist ein Lösungsmittel für Feuerzeuge, nicht für bedruckten Karton, und Feuchtigkeit, die in den Kartonkern zieht, wirft Wellen. Trockenes Reiben mit Tuch oder Ärmel erzeugt genau die Mikrokratzer, die du loswerden willst. Kurz: Nicht jede Politur ist schlecht, aber jedes Hausmittel ist die falsche Wahl.

Grenzen: Welche Kratzer und Karten du nicht polieren solltest

Eine Politur glättet nur die oberste Schicht. Tiefe Kratzer, die du mit dem Fingernagel spürst, Kratzer im Druck oder im Karton, abgeplatzter Lack und Knicke gehen damit nicht weg. Wer es trotzdem versucht, poliert, bis die Holo-Beschichtung Schaden nimmt, und der eigentliche Kratzer ist immer noch da.

Poliere nur glatte Holo- oder Foil-Oberflächen. Karten mit fühlbarer Struktur, also Relief- oder Texture-Karten, solltest du nicht polieren. Ihre Oberfläche ist absichtlich uneben, da gibt es nichts zu glätten.

Für Knicke und Dellen gibt es eigene Verfahren, mehr dazu bei der Karten-Restaurierung und in den Ratgebern zu Knicken und Dellen. Weiße Stellen an Kanten und Ecken sind kein Kratzer, sondern Whitening, und das behandeln wir bewusst nicht.

Kratzer entfernen lassen: Was wir im Labor machen

Wenn du nicht selbst polieren willst, übernehmen wir das. Feine Kratzer und eine matte oder stumpfe Holo-Folie gehören bei uns zum Card Cleaning: eine schonende Tiefenreinigung inklusive Politur der Holo-Folie und Entfernung kleiner Oberflächenspuren. Jede Karte prüfen wir vorher unter Vergrößerung. Sitzt ein Kratzer zu tief, sagen wir dir das vorab und raten gegebenenfalls von einer Behandlung ab.

Cleaning kostet ab 19,90 € je Karte bei Karten bis 100 € Wert und ist nach Kartenwert gestaffelt, bei Karten bis 400 € sind es 29,90 €. Dazu kommen einmal pro Sendung 6,90 € für den versicherten Rückversand, bei Abgabe im Geo.Store Büdelsdorf zahlst du keinen Versand. Alle Stufen und Wertspannen stehen auf der Preisseite, den genauen Preis für deine Karte siehst du sofort im Preis-Check.

Selbst polieren oder entfernen lassen? Selbst lohnt sich bei feinen Kratzern oder leichtem Clouding auf einer glatten Holo, wenn du dir Zeit nimmst und keine Grading-Einsendung planst. Ins Labor gehört die Karte, wenn sie wertvoll ist, die Kratzer zahlreich oder schwer einzuordnen sind, Dellen oder Knicke dazukommen oder du sie graden lassen willst. Bei Unsicherheit schick uns Fotos, die Ersteinschätzung ist kostenlos.

Kratzer und die Grading-Note: Was Grader wirklich abziehen

PSA, BGS und CGC bewerten die Oberfläche als eine von vier Zonen, neben Zentrierung, Ecken und Kanten. Ein einzelner feiner Kratzer außerhalb des Motivs, nur im Schräglicht sichtbar, ist bei PSA meist noch mit einer 9 vereinbar; für die 10 muss die Oberfläche praktisch makellos sein. Mehrere Kratzer, ein Kratzer quer über das Motiv oder ein Kratzer, der bei normalem Licht sichtbar ist, drücken die Note deutlich, häufig auf 7 oder 8, unabhängig davon, wie gut der Rest der Karte ist.

Schmutz wird genauso bewertet. Ein Grader entfernt nichts für dich: Fingerabdrücke und Schmutzlinien, die wie Kratzer aussehen, kosten die Note wie echte Kratzer, obwohl sie vorher hätten weg sein können. Deshalb gilt: erst reinigen, dann beurteilen, dann einsenden.

Und das Polieren? Ehrlich: Eine Garantie, dass eine polierte Fläche beim Grader nicht auffällt, kann dir niemand geben, auch wir nicht. Zu festes oder zu langes Polieren hinterlässt Spuren, die ein Grader als Oberflächenmangel wertet, und aggressive Eingriffe in die Oberfläche können sogar als Veränderung der Karte eingestuft werden. Was erlaubt ist, erklärt unsere Seite Ist Kartenreinigung erlaubt?. Wenn du eine Karte einsenden willst, lass dir vorher in der kostenlosen Ersteinschätzung sagen, was bei ihr möglich ist, und miss die Zentrierung selbst mit dem Centering-Rechner.

Drei Fälle aus dem Labor

Fall eins: eine Glurak-Holo aus der Base-Set-Ära, laut Kunde „übersät mit Kratzern“. Nach dem Cleaning blieben zwei Linien am rechten Rand, der Rest war zwanzig Jahre Binder-Abrieb. Fall zwei: eine moderne Full-Art mit einer deutlichen Linie über dem Motiv. Fingernagel-Test positiv, der Kratzer saß zu tief für jede Politur; wir haben abgeraten, die Karte wurde raw verkauft. Fall drei: eine Karte, die der Kunde vorher mit Autopolitur „behandelt“ hatte. Übrig blieb eine matte Fläche von drei Zentimetern, die ein Grader als Oberflächenschaden gewertet hätte. Hier konnten wir nichts mehr tun.

Die Lehre aus allen drei: erst einordnen, dann handeln. Nie trocken reiben, nie mit Hausmitteln polieren, und bei wertvollen Karten lieber fragen als raten.

Kratzer vorbeugen: die drei häufigsten Ursachen

Die meisten Kratzer entstehen nicht beim Spielen, sondern bei der Lagerung. Erstens: Karten ohne Sleeve in Binder-Hüllen, beim Umblättern reibt die Karte an der Folie. Zweitens: Sleeves mit Staubkorn. Ein einziges Sandkorn zwischen Karte und Hülle wirkt wie Schleifpapier, jedes Mal, wenn die Karte bewegt wird. Drittens: Toploader ohne Sleeve, denn die harte Kante des Toploaders zieht beim Einschieben eine Linie.

Die Lösung ist banal und wirksam: erst Penny-Sleeve, dann Toploader oder Binder, und vor dem Einsleeven die Karte einmal ansehen. Wie du Karten langfristig richtig lagerst, steht in unserem Ratgeber zur Lagerung. Warum Kratzer gerade auf Holo-Karten so auffallen, erklärt der Ratgeber zu Holo-Kratzern.

Häufige Fragen

Kann man Kratzer aus einer Pokémon-Karte entfernen?

Ja, wenn es feine Kratzer, Mikrokratzer oder Clouding auf einer glatten Holo-Fläche sind: Die lassen sich mit einer Politur für Sammelkarten wegpolieren. Schmutzlinien, die nur wie Kratzer aussehen, gehen schon beim Reinigen weg. Tiefe Kratzer, die du mit dem Fingernagel spürst, Knicke und abgeplatzter Lack bleiben.

Hilft Politur gegen Kratzer auf Holo-Karten?

Ja, eine Politur für Sammelkarten hilft gegen feine Kratzer und Clouding, wenn du sie richtig anwendest: Karte vorher reinigen, wenig Politur, kein Druck, nicht zu lange. Hausmittel wie Zahnpasta oder Autopolitur helfen dagegen nicht, sie tragen zu viel und zu ungleichmäßig ab und hinterlassen matte Stellen. Gegen tiefe Kratzer hilft keine Politur.

Was ist Clouding?

Clouding ist ein milchiger, matter Schleier auf der Holo-Folie. Er entsteht aus vielen feinen Kratzern, die das Licht streuen. Weil diese Kratzer sehr flach sind, lässt sich Clouding wegpolieren, danach ist die Holo meist wieder klar.

Schadet Polieren der Karte?

Richtig angewendet, mit wenig Politur, ohne Druck und nicht zu lange, wird nur die Oberfläche geglättet. Wer zu fest oder zu lange poliert, riskiert die Holo-Beschichtung. Vor einer Grading-Einsendung schick uns lieber zuerst Fotos für die kostenlose Ersteinschätzung.

Welche Karten darf ich nicht polieren?

Karten mit fühlbarer Struktur, also Relief- oder Texture-Karten, solltest du nicht polieren. Geeignet sind glatte Holo- oder Foil-Oberflächen. Bei tiefen Kratzern, Knicken oder abgeplatztem Lack bringt eine Politur nichts, und eine wertvolle Karte, die zum Grading soll, lässt du besser zuerst prüfen.

Wie oft muss ich eine Karte polieren?

Bei leichtem Clouding reicht meist ein Durchgang, bei mehreren oder etwas tieferen Kratzern zwei. Was danach noch deutlich zu sehen ist, sitzt meist zu tief für eine Politur. Nicht totpolieren.

Hilft Zahnpasta gegen Kratzer auf Pokémon-Karten?

Nein. Zahnpasta ist für Zähne gemacht, nicht für die dünne Deckschicht einer Sammelkarte. Sie trägt ungleichmäßig ab und hinterlässt eine matte Stelle und Rückstände in der Holo-Struktur. Dasselbe gilt für Autopolitur, Radiergummi und Feuerzeugbenzin.

Wie erkenne ich, ob ein Kratzer nur Schmutz ist?

Im Schräglicht kippen: Schmutz wird je nach Winkel matt und hat keine feste Kante, ein echter Kratzer bleibt in jedem Winkel eine Linie. Mit dem Fingernagel ohne Druck quer darüberfahren: Bleibt er hängen, ist der Kratzer tief. Nicht trocken reiben, lieber Fotos machen und einschätzen lassen.

Was kostet es, Kratzer entfernen zu lassen?

Feine Kratzer und matte Holo-Folie behandeln wir im Card Cleaning, inklusive Politur der Holo-Folie: ab 19,90 € je Karte bei Karten bis 100 € Wert, gestaffelt nach Kartenwert. Dazu einmal pro Sendung 6,90 € versicherter Rückversand bis 400 € Sendungswert, oder 0 € bei Abgabe im Geo.Store Büdelsdorf. Deinen genauen Preis zeigt der Preis-Check.

Lohnt sich ein Grading trotz Kratzer?

Das hängt von Karte und Kratzer ab. Nach der Reinigung zeigt sich der echte Zustand. Ob sich die Reinigung bei deiner Karte lohnt, sagen wir dir vorher in der kostenlosen Ersteinschätzung.

Jetzt Karte kostenlos einschätzen lassen →

Weiterlesen